Beijing - die Bilanz
Es herrscht ein ordentliches Gewimmel an der Spitze des internationalen Rudersports. 20 Nationen bedienten sich am Gabentempel der 42 zur Verfügung stehenden Medaillen, zwölf kamen in den 14 Rennen zu Gold. Grossbritannien mit je zwei Gold-, Silber- und Bronzemedaillen war am erfolgreichsten, gefolgt von Australien (2 / 1 / -) und Kanada (1 / 1 / 2). Der Schweizerische Ruderverband ist im stillen Hafen der Habenichtse vor Anker gegangen.
Es gab einige saftige Überraschungen an den beiden Finaltagen der olympischen Ruderregatta. Olaf Tufte zum zweiten Mal nach 2004 Olympiasieger vor Ondrej Synek und der Weltmeister der letzten drei Jahre, Mahe Drysdale, «nur» Dritter.
Kein Stein auf dem andern im Doppelzweier
Überhaupt die Neuseeländer: Die Swindell-Schwestern im Doppelzweier nur mit einem Wimpernschlag von einer Hunderstelsekunde zu Gold (vor den Deutschen Thiele/Huth), Waddell im Doppelzweier mit Cohen ohne Medaille. Wer hätte in diesem Doppelzweier aber auch die Weltmeister 07, 05 und Olympiasieger 00, Olympiazweiten 04, wer hätte die Slowenen Cop/Spik auf Rang sechs im Olympiafinal erwartet? Gold holten in diesem Boot die Newcomer aus Australien, Cawshay/Brennan vor dem unverwüstlichen, mittlerweile auch schon 43jährigen Esten Juri Jaanson mit Tonu Endrekson.
Kanada im Achter überlegen
Gewiss auch eine Überraschung war die Demonstration des kanadischen Achters - weil ihr Sieg so klar war. Die Amerikaner hatten keinen Stich gegen diesen Ahorn-Achter. Trotz einem verzweifelten Endspurt verloren sie Silber noch an die Briten. Auf Rang vier die Holländer vor Polen und Australien.
René Mijnders neuer Streich
Im Frauenachter kamen die Amis dafür auf ihre Rechnung - sauberer Sieg vor Holland. Holland? Genau: René Mijnders, der Achter-Zauberer, hat den «Vrouwen8» wieder so schnell gemacht, das die Frauen jubeln konnten: «We hebben Zilver!!!» Wehmütig erinnert man sich bei der Gelegenheit an die Zeit, als der SRV noch mutige, grosse Pläne hatte und René Mijnders als SRV-Headcoach zusammen mit Projekttrainer Alexander Ruckstuhl das «strategische» Zukunftsprojekt für den schweizerischen Rudersport, den «Männerachter» aufbaute... Vorbei.
DRV in historischem Tief
Versenkt, allerdings erst in Beijing, wurden auch die beiden deutschen Achter. Keines der beiden DRV-Flaggboote erreichte den Final. Der DRV insgesamt kehrt erstmals seit über 50 Jahren ohne Gold von einer Olympiaregatta nach Hause zurück. Dort brauen sich bereits ziemlich dunkle Gewitterwolken zusammen. Sie werden sich über und in der Funktionärsetage entladen.
Andrés Abschied
Vom SRV gibt's nicht viel zu berichten von den beiden Finaltagen. André Vonarburg, der einzige Schweizer auf dem Wasser, war nicht dabei. Im B-Final ruderte er recht deutlich am zuletzt noch erhofften Diplom vorbei, geschlagen von Marcel Hacker und Mindaugas Griskonis aus Litauen. Hacker ist ein alter Bekannter, er war eine der Final- und Medaillenhoffnungen im DRV - vergeigt im Halbfinal. Mindaugas Griskonis ist ein neuer Name: 22 Jahre alt, vor den olympischen Spielen holte er noch Silber bei der U23-WM in Brandenburg ab. Wieder einer mehr, der kam, sah und André besiegte. Verständlich, dass André aus Beijing durchblicken liess, dass der B-Final wohl sein letztes Einer-Rennen auf internationaler Ebene war. Ob er für ein Mannschafts-Projekt zur Verfügung steht, liessen seine Interview-Antworten offen. Ob im SRV überhaupt Mannschaftsprojekte im Elite-Bereich angedacht werden, war aus Beijing - logisch - nicht zu hören. An der Olympiaregatta gehörte die Schweiz mit Irland, Kroatien und Japan zu jenen vier Nationen in den A- und B-Finals, die auch ohne Diplomrang (bis Platz acht) blieben.
Kein Durchmarsch im Land der Mitte
Zurück zum internationalen Geschehen. Der fällig scheinende grosse Durchmarsch der chinesischen Ruderinnen und Ruderer fand (noch) nicht statt. Sechs Finalboote, einmal Gold (Frauen-Doppelvierer) und einmal Silber (Frauen-Zweier-ohne) lag unter den Erwartungen aufgrund der Saisonresultate. Die gleiche Medaillenbilanz können auch Polen (Gold: Männer-Doppelvierer, Silber: Leichtgewichts-Vierer) und Holland (Gold: Leichtgewichts-Frauen-Doppeldzweier, Silber: Frauenachter) vorweisen.
Alle Ergebnisse: Hier klicken
Es gab einige saftige Überraschungen an den beiden Finaltagen der olympischen Ruderregatta. Olaf Tufte zum zweiten Mal nach 2004 Olympiasieger vor Ondrej Synek und der Weltmeister der letzten drei Jahre, Mahe Drysdale, «nur» Dritter.
Kein Stein auf dem andern im Doppelzweier
Überhaupt die Neuseeländer: Die Swindell-Schwestern im Doppelzweier nur mit einem Wimpernschlag von einer Hunderstelsekunde zu Gold (vor den Deutschen Thiele/Huth), Waddell im Doppelzweier mit Cohen ohne Medaille. Wer hätte in diesem Doppelzweier aber auch die Weltmeister 07, 05 und Olympiasieger 00, Olympiazweiten 04, wer hätte die Slowenen Cop/Spik auf Rang sechs im Olympiafinal erwartet? Gold holten in diesem Boot die Newcomer aus Australien, Cawshay/Brennan vor dem unverwüstlichen, mittlerweile auch schon 43jährigen Esten Juri Jaanson mit Tonu Endrekson.
Kanada im Achter überlegen
Gewiss auch eine Überraschung war die Demonstration des kanadischen Achters - weil ihr Sieg so klar war. Die Amerikaner hatten keinen Stich gegen diesen Ahorn-Achter. Trotz einem verzweifelten Endspurt verloren sie Silber noch an die Briten. Auf Rang vier die Holländer vor Polen und Australien.
René Mijnders neuer Streich
Im Frauenachter kamen die Amis dafür auf ihre Rechnung - sauberer Sieg vor Holland. Holland? Genau: René Mijnders, der Achter-Zauberer, hat den «Vrouwen8» wieder so schnell gemacht, das die Frauen jubeln konnten: «We hebben Zilver!!!» Wehmütig erinnert man sich bei der Gelegenheit an die Zeit, als der SRV noch mutige, grosse Pläne hatte und René Mijnders als SRV-Headcoach zusammen mit Projekttrainer Alexander Ruckstuhl das «strategische» Zukunftsprojekt für den schweizerischen Rudersport, den «Männerachter» aufbaute... Vorbei.
DRV in historischem Tief
Versenkt, allerdings erst in Beijing, wurden auch die beiden deutschen Achter. Keines der beiden DRV-Flaggboote erreichte den Final. Der DRV insgesamt kehrt erstmals seit über 50 Jahren ohne Gold von einer Olympiaregatta nach Hause zurück. Dort brauen sich bereits ziemlich dunkle Gewitterwolken zusammen. Sie werden sich über und in der Funktionärsetage entladen.
Andrés Abschied
Vom SRV gibt's nicht viel zu berichten von den beiden Finaltagen. André Vonarburg, der einzige Schweizer auf dem Wasser, war nicht dabei. Im B-Final ruderte er recht deutlich am zuletzt noch erhofften Diplom vorbei, geschlagen von Marcel Hacker und Mindaugas Griskonis aus Litauen. Hacker ist ein alter Bekannter, er war eine der Final- und Medaillenhoffnungen im DRV - vergeigt im Halbfinal. Mindaugas Griskonis ist ein neuer Name: 22 Jahre alt, vor den olympischen Spielen holte er noch Silber bei der U23-WM in Brandenburg ab. Wieder einer mehr, der kam, sah und André besiegte. Verständlich, dass André aus Beijing durchblicken liess, dass der B-Final wohl sein letztes Einer-Rennen auf internationaler Ebene war. Ob er für ein Mannschafts-Projekt zur Verfügung steht, liessen seine Interview-Antworten offen. Ob im SRV überhaupt Mannschaftsprojekte im Elite-Bereich angedacht werden, war aus Beijing - logisch - nicht zu hören. An der Olympiaregatta gehörte die Schweiz mit Irland, Kroatien und Japan zu jenen vier Nationen in den A- und B-Finals, die auch ohne Diplomrang (bis Platz acht) blieben.
Kein Durchmarsch im Land der Mitte
Zurück zum internationalen Geschehen. Der fällig scheinende grosse Durchmarsch der chinesischen Ruderinnen und Ruderer fand (noch) nicht statt. Sechs Finalboote, einmal Gold (Frauen-Doppelvierer) und einmal Silber (Frauen-Zweier-ohne) lag unter den Erwartungen aufgrund der Saisonresultate. Die gleiche Medaillenbilanz können auch Polen (Gold: Männer-Doppelvierer, Silber: Leichtgewichts-Vierer) und Holland (Gold: Leichtgewichts-Frauen-Doppeldzweier, Silber: Frauenachter) vorweisen.
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Rudermann - 17. Aug, 17:26
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