Pam lässt SRV aufatmen
Pam, die Einzelkämpferin, lässt einen ganzen Verbandsapparat aufatmen. Ihr hart erkämpfter und wohl verdienter Titel ist allerdings ihr (und ihres Umfeldes) alleiniges Werk. Für die Sarner Zentralisierungsstrategie liefert ihr Erfolg keine Argumente.

Pamela Weisshaupt (links) und Claudia Blasberg analysieren das Rennen an der Schweizermeisterschaft in Luzern.
Pamela Weisshaupt ist wohl keine einfache Athletin. Sie geht ihre eigenen Wege. Den WM-Titel im leichten Einer kann sie sich, ihrer Trainerin Claudia Blasberg und ihrem Umfeld ganz alleine anrechnen. Natürlich strahlt trotzdem ein bisschem vom Glanz ihres Goldes auf den Schweizerischen Ruderverband. Der SRV hat sie schliesslich zur WM in Linz gemeldet. Und dessen Funktionäre sonnen sich nun im Gold, als wär's ihr eigenes Werk.
Ist es nicht. Pam Weisshaupt war und ist eine widerspenstige Athletin. Sie hat sich auch schon mal auf Verbandsprojekte eingelassen. 1999 hat sie im leichten Doppelzweier mitgezogen, um den Quotenplatz für Athen zu holen. Dann ist sie in Pia Vogels Zickenkrieg um den Startplatz an Olympia untergegangen. Weisshaupt ist eine «vergiftete» Rudererin. Mit iher Ruderschule bestreitet sie einen Teil ihres Lebensunerhaltes. Nach der Enttäuschung von Athen trat sie zurück. Und kam wieder - in den Farben von Mainz. Und mit Erfolg. Letztes Jahr liess sie sich wieder auf ein SRV-«Projekt» ein. Schon früh sah sie, dass die Rahmenbedingungen nicht stimmten. Sie wollte Claudia Blasberg als Trainerin. Die Frau aus Dresden ist Leichtgewichtsruderin mit Meriten: zweimal Olympia-Silber im Doppelzweier und natürlich einiges WM-Metall. Bei den Verbandsfunktionären fand Weisshaupt kein Verständnis für ihre Forderung nach einem Trainerwechsel. Der SRV bestätigte seinen Ruf, alles andere als ein Kompetenzzentrum in Sachen Frauenrudern zu sein. Zu den WM fuhr, nach einem intransparenten Selektionsverfahren, nicht Weisshaupt sondern ihre Doppelpartnerin Fabienne Albrecht. Sie kehrte mit wenig nennenswertem Erfolg zurück.

An ihr führte kein Weg mehr vorbei - Pamela Weisshaupt war die mit Abstand beste Leichtgewichtsruderin im SRV.
Heuer kamen die Selektionäre an Weisshaupt nicht mehr vorbei. Auf dem Weg nach Olympia war sie im Doppelzweier zwar erneut gescheitert. Aber an der Weltcupregatta auf dem Rotsee fuhr sie - von der Öffentlichkeit kaum beachtet - auf Silber. Und jetzt das Gold in Linz-Ottensheim, der WM-Titel. Es ist das Werk einer eigenwilligen und unbequemen Sportlerpersönlichkeit und ihrer im Metier erfahrenen und hoch qualifizierten Trainerin (Blasberg ist Vereinstrainerin in Lugano ohne irgendwelchen Verbandsstatus).
Der abtretende SRV-Direktor Lukas Rieder hat nach dem Debakel der Qualiregatta von Poznan Diskussionsbedarf angemeldet und festgelegt, in welche Richtung diskutiert werden sollte - weiterhin rigorose Zentralisierung und staatssportähnliche Sportlerselektion. Der Erfolg der Individualistin Pamela Weisshaupt dürfte der - dringend notwendigen - SRV-Strategiediskussion auch andere Perspektiven eröffnen. Das ist gut so.
Hanns Fuchs

Pamela Weisshaupt (links) und Claudia Blasberg analysieren das Rennen an der Schweizermeisterschaft in Luzern.
Pamela Weisshaupt ist wohl keine einfache Athletin. Sie geht ihre eigenen Wege. Den WM-Titel im leichten Einer kann sie sich, ihrer Trainerin Claudia Blasberg und ihrem Umfeld ganz alleine anrechnen. Natürlich strahlt trotzdem ein bisschem vom Glanz ihres Goldes auf den Schweizerischen Ruderverband. Der SRV hat sie schliesslich zur WM in Linz gemeldet. Und dessen Funktionäre sonnen sich nun im Gold, als wär's ihr eigenes Werk.
Ist es nicht. Pam Weisshaupt war und ist eine widerspenstige Athletin. Sie hat sich auch schon mal auf Verbandsprojekte eingelassen. 1999 hat sie im leichten Doppelzweier mitgezogen, um den Quotenplatz für Athen zu holen. Dann ist sie in Pia Vogels Zickenkrieg um den Startplatz an Olympia untergegangen. Weisshaupt ist eine «vergiftete» Rudererin. Mit iher Ruderschule bestreitet sie einen Teil ihres Lebensunerhaltes. Nach der Enttäuschung von Athen trat sie zurück. Und kam wieder - in den Farben von Mainz. Und mit Erfolg. Letztes Jahr liess sie sich wieder auf ein SRV-«Projekt» ein. Schon früh sah sie, dass die Rahmenbedingungen nicht stimmten. Sie wollte Claudia Blasberg als Trainerin. Die Frau aus Dresden ist Leichtgewichtsruderin mit Meriten: zweimal Olympia-Silber im Doppelzweier und natürlich einiges WM-Metall. Bei den Verbandsfunktionären fand Weisshaupt kein Verständnis für ihre Forderung nach einem Trainerwechsel. Der SRV bestätigte seinen Ruf, alles andere als ein Kompetenzzentrum in Sachen Frauenrudern zu sein. Zu den WM fuhr, nach einem intransparenten Selektionsverfahren, nicht Weisshaupt sondern ihre Doppelpartnerin Fabienne Albrecht. Sie kehrte mit wenig nennenswertem Erfolg zurück.

An ihr führte kein Weg mehr vorbei - Pamela Weisshaupt war die mit Abstand beste Leichtgewichtsruderin im SRV.
Heuer kamen die Selektionäre an Weisshaupt nicht mehr vorbei. Auf dem Weg nach Olympia war sie im Doppelzweier zwar erneut gescheitert. Aber an der Weltcupregatta auf dem Rotsee fuhr sie - von der Öffentlichkeit kaum beachtet - auf Silber. Und jetzt das Gold in Linz-Ottensheim, der WM-Titel. Es ist das Werk einer eigenwilligen und unbequemen Sportlerpersönlichkeit und ihrer im Metier erfahrenen und hoch qualifizierten Trainerin (Blasberg ist Vereinstrainerin in Lugano ohne irgendwelchen Verbandsstatus).
Der abtretende SRV-Direktor Lukas Rieder hat nach dem Debakel der Qualiregatta von Poznan Diskussionsbedarf angemeldet und festgelegt, in welche Richtung diskutiert werden sollte - weiterhin rigorose Zentralisierung und staatssportähnliche Sportlerselektion. Der Erfolg der Individualistin Pamela Weisshaupt dürfte der - dringend notwendigen - SRV-Strategiediskussion auch andere Perspektiven eröffnen. Das ist gut so.
Hanns Fuchs
Rudermann - 29. Jul, 20:45
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