Der Alpen-Achter nimmt Fahrt auf
Schiff ahoi für den Alpen-Achter. Mit dem ersten Wettkampfstart an der Regatta auf dem Lauerzersee nimmt das ehrgeizige Schwerpunktprojekt des Schweizerischen Ruderverbandes Fahrt auf. Für die junge Crew hat damit der lange, harte Weg mit Ziel olympische Spiele 2008 in Peking begonnen.
Ziel olympische Spiele 2008: Steuermann Aby Meyer, Nicolas Lehner, Lukas Wernas, Remo Süess, Alain Marfurt, Philipp Huwiler, Stefan Sax, Marian Kupferschmidt, Roland Altenburger (von links)
Eine frohe Botschaft erhielten die zehn Ruderer im Achter-Kader und ihr Steuermann pünktlich zum Saisonstart. Die Hochdorf-Gruppe, ein international tätiger Konzern der Lebensmittelbranche mit Sitz im schweizerischen Hochdorf/LU konnte als Projekt-Sponsor gewonnen werden. „Für uns ist der Achter der ideale Imageträger,“ sagt Firmensprecher Jiri Paukert, „der Achter ist die Königsklasse, er ist schnell und er symbolisiert Teamgeist – das passt zu uns.“
Kampf gegen die Besten
Das Achter-Projekt ist das ehrgeizigste Olympia-Vorhaben, das der schweizerische Ruderverband SRV in seiner über hundertjährigen Geschichte lanciert hat. Der letzte Schweizer Achter startete an den olympischen Spielen 1960 in Rom – als Verlegenheitslösung für Athleten, die im Vierer nicht zum Zug gekommen waren. An den olympischen Spielen 2008 in Peking will der kleine Verband aus dem Alpenland in der Königsklasse um Edelmetall kämpfen. Eine Startberechtigung haben dort nur die acht besten Crews der Welt. Der SRV tritt damit in der prestigeträchtigsten Bootsklasse des internationalen Rudersports gegen Ruder-Grossmächte wie die USA, Grossbritannien, Deutschland, Australien, Kanada, Italien, Frankreich, Russland, Holland an – ein waghalsiges Unterfangen, glauben auch Skeptiker im SRV.
Mijnders - ein Meistermacher
Die Achter-Ruderer wollen die Zweifler schon zum Saisonbeginn mit reifen Leistungen auf dem Wasser von ihrem Potential überzeugen. Projekt-Trainer Alexander Ruckstuhl, Head-Coach René Mijnders und SRV-Präsident Hans Rudolf Schurter sind überzeugt, dass den jungen Athleten das gelingt. „Wenn ich nicht überzeugt wäre, dass der Achter schnell wird, hätten wir das Projekt gar nie gestartet,“ sagte Head-Coach René Mijnders. Der Holländer versteht etwas vom sehr speziellen, anspruchsvollen Geschäft des „Achterbaus“: Er hat 1996 die Holländer zum ersten olympischen Achter-Gold geführt, und seither haben „seine“ Oranje-Achter regelmässig WM- und Olympia-Medaillen gesammelt. Für den Saisonstart in Lauerz hofft Mijnders auf gute Verhältnisse – denn als Motivation für die Mitte Mai auf der Wedau in Duisburg beginnende internationale Saison braucht die Crew eine gute Richtzeit über die 2000-Meter-Strecke. Mijnders sieht das Potential bei 5’30“ – „das wird aber in Lauerz noch nicht drin liegen, das Wasser ist noch zu kalt, die Crew trainiert noch in tiefen Schlagzahlen und schnelle Gegner wird sie nicht haben“.
Prestigeduell im Vierer
Auch wenn dem Alpen-Achter in Lauerz in der Königsklasse gleichwertige Gegner fehlen – es starten noch Klubmannschaften aus Zürich und Baden – zu ihren harten Rennen kommen die Achter-Jungs dennoch. Am ersten der beiden Regatta-Tage treten zwei Achter-Hälften im Vierer gegen einander an. Es wird ein Duell der „Dicken“ gegen die „Langen“ im Team. Die Durchschnittsgrösse der „Langen“ ist 197 Zentimeter, das Durchschnittsgewicht 92 Kilo, die „Dicken“ bringen einen Schnitt von 90 Kilo auf die Waage und eine Länge von 191 unter den Meterstab. „Das wird ein hartes Rennen,“ weiss Achter-Ruderer Roman Ottiger, „wir sind im Trainingslager gegeneinander gefahren, mal gewannen wir, mal die andern. Aber in Lauerz ist’s klar: wir gewinnen.“ Ottiger rudert im Vierer der „Langen“ – und am Sonntag zusammen mit den „Dicken“ im Alpen-Achter, dem ehrgeizigen Olympiaprojekt des schweizerischen Rudersports.
Der Achter – das Team
Hintere Reihe von links: Stefan Sax, Roland Altenburger, Lukas Wernas, Alain Marfurt, Nicolas Lehner, Remo Süess, Philipp Huwiler, Marian Kupferschmidt; vorne von links: Stephan Koller, Steuermann Aby Meyer, Roman Ottiger
Zum Team, das in Lauerz ins Abenteuer „Alpen-Achter in Peking“ startet, gehören derzeit zehn Athleten, fünf aus dem RC Reuss Luzern (Alain Marfurt, Phillip Huwiler, Roman Ottiger, Stefan Sax, Remo Süess, Steuermann Abi Meyer), drei von GC Zürich (Roland Altenburger, Nicolas Lehner, Adrian Koller) und zwei vom See-Club Zürich (Marian Kupferschmidt, Lukas Wernas). Sechs der zehn Ruderer studieren an unterschiedlichen Fakultäten in Zürich, zwei arbeiten als Landschaftsgärtner, einer (und Steuernmann Abi Meyer) als Elektromonteur und einer als Maschinenmechaniker. Die Ruderer im Alpen-Achter sind zwischen 20 und 25 Jahre alt, zwischen 1.88 und 2 Meter lang und zwischen 88 und 97 Kilogramm schwer. Der Durchschnittswert des Achters ist 194 cm, 92 kg – das liegt leicht unter den Mittelwerten der internationalen Spitzenachter (Medaillengewinner) der letzten Jahre. Trainer: Alexander Ruckstuhl; Head-Coach: René Mijnders.
Erschienen in rudern1.de, Bote der Urschweiz (gekürzte Version) 21. April 2006
Ziel olympische Spiele 2008: Steuermann Aby Meyer, Nicolas Lehner, Lukas Wernas, Remo Süess, Alain Marfurt, Philipp Huwiler, Stefan Sax, Marian Kupferschmidt, Roland Altenburger (von links)
Eine frohe Botschaft erhielten die zehn Ruderer im Achter-Kader und ihr Steuermann pünktlich zum Saisonstart. Die Hochdorf-Gruppe, ein international tätiger Konzern der Lebensmittelbranche mit Sitz im schweizerischen Hochdorf/LU konnte als Projekt-Sponsor gewonnen werden. „Für uns ist der Achter der ideale Imageträger,“ sagt Firmensprecher Jiri Paukert, „der Achter ist die Königsklasse, er ist schnell und er symbolisiert Teamgeist – das passt zu uns.“
Kampf gegen die Besten
Das Achter-Projekt ist das ehrgeizigste Olympia-Vorhaben, das der schweizerische Ruderverband SRV in seiner über hundertjährigen Geschichte lanciert hat. Der letzte Schweizer Achter startete an den olympischen Spielen 1960 in Rom – als Verlegenheitslösung für Athleten, die im Vierer nicht zum Zug gekommen waren. An den olympischen Spielen 2008 in Peking will der kleine Verband aus dem Alpenland in der Königsklasse um Edelmetall kämpfen. Eine Startberechtigung haben dort nur die acht besten Crews der Welt. Der SRV tritt damit in der prestigeträchtigsten Bootsklasse des internationalen Rudersports gegen Ruder-Grossmächte wie die USA, Grossbritannien, Deutschland, Australien, Kanada, Italien, Frankreich, Russland, Holland an – ein waghalsiges Unterfangen, glauben auch Skeptiker im SRV.
Mijnders - ein Meistermacher
Die Achter-Ruderer wollen die Zweifler schon zum Saisonbeginn mit reifen Leistungen auf dem Wasser von ihrem Potential überzeugen. Projekt-Trainer Alexander Ruckstuhl, Head-Coach René Mijnders und SRV-Präsident Hans Rudolf Schurter sind überzeugt, dass den jungen Athleten das gelingt. „Wenn ich nicht überzeugt wäre, dass der Achter schnell wird, hätten wir das Projekt gar nie gestartet,“ sagte Head-Coach René Mijnders. Der Holländer versteht etwas vom sehr speziellen, anspruchsvollen Geschäft des „Achterbaus“: Er hat 1996 die Holländer zum ersten olympischen Achter-Gold geführt, und seither haben „seine“ Oranje-Achter regelmässig WM- und Olympia-Medaillen gesammelt. Für den Saisonstart in Lauerz hofft Mijnders auf gute Verhältnisse – denn als Motivation für die Mitte Mai auf der Wedau in Duisburg beginnende internationale Saison braucht die Crew eine gute Richtzeit über die 2000-Meter-Strecke. Mijnders sieht das Potential bei 5’30“ – „das wird aber in Lauerz noch nicht drin liegen, das Wasser ist noch zu kalt, die Crew trainiert noch in tiefen Schlagzahlen und schnelle Gegner wird sie nicht haben“.
Prestigeduell im Vierer
Auch wenn dem Alpen-Achter in Lauerz in der Königsklasse gleichwertige Gegner fehlen – es starten noch Klubmannschaften aus Zürich und Baden – zu ihren harten Rennen kommen die Achter-Jungs dennoch. Am ersten der beiden Regatta-Tage treten zwei Achter-Hälften im Vierer gegen einander an. Es wird ein Duell der „Dicken“ gegen die „Langen“ im Team. Die Durchschnittsgrösse der „Langen“ ist 197 Zentimeter, das Durchschnittsgewicht 92 Kilo, die „Dicken“ bringen einen Schnitt von 90 Kilo auf die Waage und eine Länge von 191 unter den Meterstab. „Das wird ein hartes Rennen,“ weiss Achter-Ruderer Roman Ottiger, „wir sind im Trainingslager gegeneinander gefahren, mal gewannen wir, mal die andern. Aber in Lauerz ist’s klar: wir gewinnen.“ Ottiger rudert im Vierer der „Langen“ – und am Sonntag zusammen mit den „Dicken“ im Alpen-Achter, dem ehrgeizigen Olympiaprojekt des schweizerischen Rudersports.
Der Achter – das Team
Hintere Reihe von links: Stefan Sax, Roland Altenburger, Lukas Wernas, Alain Marfurt, Nicolas Lehner, Remo Süess, Philipp Huwiler, Marian Kupferschmidt; vorne von links: Stephan Koller, Steuermann Aby Meyer, Roman Ottiger
Zum Team, das in Lauerz ins Abenteuer „Alpen-Achter in Peking“ startet, gehören derzeit zehn Athleten, fünf aus dem RC Reuss Luzern (Alain Marfurt, Phillip Huwiler, Roman Ottiger, Stefan Sax, Remo Süess, Steuermann Abi Meyer), drei von GC Zürich (Roland Altenburger, Nicolas Lehner, Adrian Koller) und zwei vom See-Club Zürich (Marian Kupferschmidt, Lukas Wernas). Sechs der zehn Ruderer studieren an unterschiedlichen Fakultäten in Zürich, zwei arbeiten als Landschaftsgärtner, einer (und Steuernmann Abi Meyer) als Elektromonteur und einer als Maschinenmechaniker. Die Ruderer im Alpen-Achter sind zwischen 20 und 25 Jahre alt, zwischen 1.88 und 2 Meter lang und zwischen 88 und 97 Kilogramm schwer. Der Durchschnittswert des Achters ist 194 cm, 92 kg – das liegt leicht unter den Mittelwerten der internationalen Spitzenachter (Medaillengewinner) der letzten Jahre. Trainer: Alexander Ruckstuhl; Head-Coach: René Mijnders.
Erschienen in rudern1.de, Bote der Urschweiz (gekürzte Version) 21. April 2006
Rudermann - 21. Apr, 10:50
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